Aus der Reihe ziemlich gute Rabenmutter: Ich bin kein Mensch ich bin ein Rind!

Es ist mitten in der Nacht, dank Sturm Sabine habe ich seit 2 Nächten nicht mehr richtig geschlafen. Plötzlich mault mich Kind 3 hellwach von der Seite an: „L i e s  m i r  d e n  S t r u w w e l p t e r  v o r“…ich denke häh, ich träume schlecht. Aber das Drängeln wird renitenter. Lies mir jetzt bitte den Struwwelpeter vor. Jetzt. Ich schau auf die Uhr…2 Uhr nachts. Wenn ich jetzt wieder einschlafe habe ich noch 4 Stunden Schlaf. Wieder höre ich die mittlerweile schrille Stimme meiner Jüngsten in die sich nun deutliche Wut gemischt hat (schließlich macht Ihre Mutter keine Anstalten etwas vorzulesen). Ich will aber dass Du mir jetzt was vorliest. Ok – ich realisiere es ist kein Traum sondern die harte Realität des mütterlichen Daseins – mitten in der Nacht. Ich versuche nun selbst möglichst schnell wach zu werden um die Situation in den Griff zu bekommen. Ich bitte und flehe Sie möge sich zu mir kuscheln, es ist mitten n der Nacht und Mama ist seeeeehr müde.

Nichts. Ok ich biete an die Geschichte vom Struwwelpeter zu erzählen, die kann ich ziemlich gut, dafür brauche ich kein Buch. „ICH WILL DASS DU MIR DAS BUCH VORLIEST“ ich merke wie ich langsam gereizt werde. Denn auch wenn es das kindliche Bedürfnis ist jetzt vorgelesen zu bekommen, meines ist es nicht und mein Angebot ihr mitten in der Nacht eine Geschichte zu erzählen fand ich schon nicht schlecht. Wir diskutieren also weiter.

Mittlerweile sind wir beide gereizt und mir fällt nichts anderes ein als Ihr mit meiner Erwachsenenlogik zu erklären, dass die meisten Menschen jetzt schlafen. Plötzlich brüllt mir mein Kind in absolutem Unverständnis entgegen: „ICH BIN KEIN MENSCH ICH BIN EIN RIND“ (es sollte natürlich ich bin kein Mensch ich bin ein Kind heißen)…Ich kann nicht anders, ich muss lachen, so herzlich lachen, dass sich die Situation für uns alle entspannt. Zum Glück. Es ist kurz vor drei, als wir langsam wieder in den Schlaf finden. Auch wenn die Nacht nicht dolle war, sie hat immerhin einen herrlichen kindlichen Versprecher hervorgebracht an den ich mich noch lange erinnern werde.

Wie reagiert Ihr in solchen Situationen, hättet ich etwas vorgelesen?

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